Biotopvernetzung und Habitatsicherung im Fledermausschutz

Wir freuen uns über jede Unterstützung für das Projekt!
Der Verein Freunde der Natur Hüfingen e.V. ist als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt und ist beim Amtsgericht Freiburg in das Vereinsregister unter der Nummer VR 703285 eingetragen. Die Steuernummer ist 22101/42953.

Logo together for bats mit Fledermaus von Dürer

Freunde der Natur e.V.
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Sparkasse Schwarzwald-Baar

Projektbeschreibung Fledermausprojekt Stand 14. Juli 2026

Die im Südschwarzwald beheimateten rund 20 Fledermausarten nehmen einen besonderen Stellenwert im Naturhaushalt ein und sind deshalb auch im Natur- und Artenschutz von großer Bedeutung. Wegen ihrer starken Gefährdung stehen sie europaweit unter Schutz. Doch rechtlicher Schutz alleine genügt nicht. Der Schutz von Fledermäusen erfordert auch künftig mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Eine große Herausforderung für den ehrenamtlichen Naturschutz liegt darin, die Ziele und Aufgaben des Fledermausschutzes in der Praxis verständlich zu machen.

Die Bestände sind heute stark gefährdet und in der Baar ist so gut wie nichts über die verschiedenen Arten bekannt. Deswegen wollen die Freunde der Natur Hüfingen e.V. die hier einheimischen Arten mit Hilfe eines sogenannten Bat-Dedektor (Fledermaus Detektor) bestimmen und die Jagdreviere erkunden. Mit dem Bat-Dedektor sollen auch Nachtführungen veranstaltet werden.

Typische Maßnahmen zum Fledermausschutz sind beispielsweise die Sicherung von Sommer- und Winterquartieren etwa in Dachstühlen, Kirchtürmen, Brücken, Höhlen oder unterirdischen Stollen, sowie der Erhalt von Streuobstwiesen und altem Baumbestand.

Eine besondere Bedeutung für den Fledermausschutz haben Maßnahmen im Wald. Urwaldähnlichen Waldstrukturen sind für Fledermäuse besonders wertvoll.

Da sich die einheimischen Fledermäuse ausschließlich von Insekten ernähren, sind insektenfreundliche Blühflächen ebenso wichtig wie geeignete Quartiere. Alles, was den Insekten hilft, hilft auch den Fledermäusen. Gerade im Frühjahr haben Insekten Probleme Nahrung zu finden.

Deswegen planen die Freunde der Natur Hüfingen e.V. die Pflanzung verschiedener Weidenarten an der Breg. Da dort der Biber aktiv ist, müssen die neuen Weiden mit Biberschutz versehen werden. Jede Weidenart blüht zu einem etwas anderen Zeitpunkt und sichern den Insekten durchgehend Nahrung und den Fledermäusen ein Jagdrevier. Dies alles kann dort von den Spaziergängerinnen und Spaziergängern gut beobachtet werden, da sich das Gebiet zwischen Bräunlingen und Hüfingen in einem Naherholungsgebiet befinden. Bei den Weiden soll eine Infotafel aufgestellte werden, die die verschiedenen Weidenarten und ihre Bedeutung für den Naturschutz erklärt. Auch soll die Art der einzelnen Weiden durch jeweils ein Schild am Baum erläutert werden. Es ist also so etwas wie ein interkommunaler Weidenlehrpfad in Sinne des Fledermausschutzes geplant.

Die letzten Jahre wurden in Hüfingen viele alte Bäume für Industrie, Gewerbe- und Wohngebiete gefällt. Neupflanzungen bieten den Tieren noch keinen Schutz.

Für Fledermäuse wird es zunehmend schwerer, ein Quartier zu finden. Spalten und Ritzen an Gebäuden werden zwecks Wärmedämmung verschlossen. Energiesparenden Häusern fehlt es an Lücken im Gemäuer, Einfluglöchern in Dachstühlen und Spalten unter den Dachziegeln. Wir möchten an geeigneten Orten den Tieren als Ersatz Fledermauskästen anbieten. Fledermauskästen können an Häusern, Bäumen oder auch einfach an Stelen angebracht werden.

Die Fledermauskästen sollen im Rahmen eines internationalen Workcamps im Sommer 2027 angefertigt und an geeigneten Stellen aufgehängt werden.

Bausteine Fledermausprojekt

Kartierung/Erfassung

Ziel:

  • Abschätzung der Fledermaus-Vorkommen

Maßnahmen:

  • Auswertung verfügbarer Unterlagen
  • Erhebungen im Gelände mit interessierter Öffentlichkeit (Citizens Science)
  • Verifizierung durch Fledermausexperten

Verbesserung der Lebensräume

Ziel:

  • Erhöhung des Angebotes an Quartieren (tagsüber Schutz, Brutplätze und Ruheplätze)
  • Verbesserung des Nahrungsangebotes
  • Optimierung von Leitstrukturen

Maßnahmen:

  • Pflanzung von Weiden als Insektenfutter und -lebensraum.
  • Bau und Anbringung von ca. 50 Fledermauskästen
  • Ergänzungspflanzungen in Hecken
  • Aufstellung von Fledermausstelen (sofern baurechtlich umsetzbar)

Weidenprojekt

Bäume:

Containerbäume mindestens 200 cm.
Anzahl der Bäume richtet sich nach vorhandenem Land. Laut LUBW Mindestabstand 12 m

Heimische Weidenarten:

Salweide (Salix caprea)
Silberweide (Salix alba)
Bruchweide (Salix fragilis)
Korbweide (Salix viminalis)
Purpurweide (Salix purpurea)
Mandelweide (Salix triandra)
Lorbeerweide (Salix pentandra)
Ohrweide (Salix aurita)
Grauweide (Salix cinerea)
Kriechweide (Salix repens)
Lavendelweide (Salix eleagnos)
Reifweide (Salix daphnoides)
Aschweide (Salix starkeana)

Fläche:
Eigentumsverhältnisse der Flächen. Herrmanswinkel, Flurstück 3576 Gemarkung Hüfingen, Eigentum Hüfingen, Flurstück 2460 Gemarkung Bräunlingen, Eigentum Hüfingen. Nach Absprache mit Biotopbeauftragtem Johannes Geißler.

Infotafel
Am Weidenlehrpfad soll eine Infotafel angebracht werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Ziel

  • Sensibilisierung der Bevölkerung
  • Vermittlung von Wissen über Fledermäusen
  • Erhöhung der Akzeptanz von Fledermäusen

Maßnahmen

  • Auftaktveranstaltung (allgemeiner Vortrag über Fledermäuse, Vorstellung des Projektes)
  • Ausstellung (z.B. im Rathaus)
  • Öffentliche Führungen für Erwachsene (Vermittlung von )
  • Öffentliche Führung für Kinder (vorkommender Arten mittels Detektor)
  • Angebot von Informationsmaterial über Fledermäuse
  • Infotafel am Weidenprojekt
  • Ergänzende Pressearbeit


Together for Bats!

Unter diesem Motto finden im Sommer 2027 zwei internationale Projektwochen statt. Gemeinsam mit der IBG (Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V.https://ibg-workcamps.org) bringen wir junge Menschen aus verschiedenen Ländern mit Bürgerinnen und Bürgern aus der Region zusammen.

Die 15 internationalen Volunteers bauen gemeinsam mit allen Interessierten Fledermauskästen, bringen diese an geeigneten Standorten an. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, gemeinsames Lernen und die Begeisterung für den Natur- und Artenschutz.
Die Projektwochen sind bewusst niedrigschwellig angelegt. Kinder, Jugendliche, Familien, Vereine, Menschen mit Behinderung und alle Naturinteressierten sind eingeladen, sich einzubringen .

Die fertigen Fledermauskästen werden gemeinsam aufgehängt. Dabei möchten wir möglichst viele Menschen für den Fledermausschutz und die Bedeutung vernetzter Lebensräume sensibilisieren. Gleichzeitig entstehen neue Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Fähigkeiten.

Internationales Workcamp in Hüfingen

Der inklusive Fledermauszirkus wird voraussichtlich erst im Jahr 2028 stattfinden können, da 2027 die Ressourcen fehlen.

Haus der Vielfalt

Inspiration von Christian und Isabel Dietz
Inspiration von Christian und Isabel Dietz

Artenschutzhäuschen für Fledermäuse und Gebäudebrüter

Wir planen wir die Errichtung eines „Hauses der Vielfalt“.
Das Artenschutzhaus soll Fledermäusen, Mauerseglern und Schwalben dauerhaft Quartiere bieten und gleichzeitig als anschauliches Beispiel für praktischen Natur- und Artenschutz dienen.

Das „Haus der Vielfalt“ steht dabei nicht nur für die Vielfalt der Arten, sondern auch für die Vielfalt der Menschen, die sich im Projekt Together for Bats! engagieren. Mit der Planung wurde im Juli 2026 begonnen. Weitere Informationen folgen.

Großer Abendsegler am Kofenweiher

Nach meiner Einschätzung könnte es sich um Große Abendsegler handeln. Eine sichere Bestimmung allein anhand des Videos ist jedoch nicht möglich, aber er jagt häufig hoch und schnell im freien Luftraum, oft über Gewässern wie dem Kofenweiher.
Er fliegt schon in der Dämmerung, oft bevor es richtig dunkel wird und sein Flug wirkt kraftvoll, geradlinig und schnell. Also Große Abendsegler sind dafür bekannt, regelmäßig über Seen und Weihern Insekten zu jagen. Große Mausohren hingegen jagen überwiegend bodennah über Wiesen oder im lichten Wald, ihr Flug wirkt etwas langsamer und wendiger.

Der Film zeigt, wie wertvoll dieser Bereich für Fledermäuse sein kann. Umso mehr bestärkt uns diese Beobachtung in unserem Vorhaben, im Rahmen unseres Projekts „Together for Bats!“ den Lebensraum der Tiere weiter zu verbessern und in unmittelbarer Nähe ein „Haus der Vielfalt“ als Quartier für Fledermäuse und Gebäudebrüter zu schaffen.

Sobald wir einen bat detector haben werden wir die Art genauer bestimmen.

Geplanter Projektstandort am Kofenweiher (Google Maps):
https://maps.app.goo.gl/puh7bsKUtUjTmMyc9

Fledermäuse am Kofenweiher am 2. August 2026. Aufnahme Heike Boeke

Together for Bats!

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